So Good They Can’t Ignore You von Cal Newport ist das beste Buch zum Finden einer Arbeit, die man liebt, das ich jemals gelesen habe. Vielleicht auch, weil ich die Hauptaussage so gern habe, die es vertritt:
Man braucht keine vorher existierende Leidenschaft für ein Gebiet, um die eigene Arbeit dort zu lieben.
Vorbei ist es mit dem danach suchen, was es ist, dass man in seinem inneren will. Vielleicht gibt es es, dann werde ich es eines Tages finden. Vielleicht auch nicht. Ist ja egal. Solange kann ich ja trotzdem schon eine Arbeit haben, die ich liebe.
Das ist zumindest was „So Good They Can’t Ignore You‘ verspricht. Ob es es halten kann, weiß ich nicht. Aber ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren.
So Good They Can’t Ignore You
Cal Newport hat bereits während seiner Schulzeit mehrere Bücher über effektives Lernen geschrieben. Jetzt hat er seinen Abschluss gemacht und ist auf der Suche nach einem Job, den er liebt. Was macht er also? Er schreibt ein Buch darüber, wie man einen Job findet, den man liebt.
Die Sprache in dem Buch ist vielleicht nicht so ausgefeilt wie in „The Art of Work“, dafür überzeugt es mit wissenschaftlicher Präzision und Vollständigkeit. Alle Argumente werden durchdacht präsentiert und sogar wegen ihrer Häufigkeit ausgewählte Gegenargumente widerlegt. Letztendlich erreicht es genau sein Ziel: der Leser wird von der Korrektheit von Newports Thesen überzeugt.
Zeit sie in deinem Leben umzusetzen!
Folge nicht deiner Leidenschaft
Echte Leidenschaften, die existieren, bevor man einen entsprechenden Job hat, sind sehr selten. Und wenn du sie hast, wer sagt, dass du damit Geld verdienen kannst. Solange du nicht einer der wenigen glücklichen bist, kannst du dich nicht auf Leidenschaft verlassen, um eine Arbeit zu finden, die du liebst.
Und davon musst du ausgehen. Es gibt eine deutliche Mehrheit, für die etwas zutrifft? Dann gehörst du ziemlich sicher dazu.
Verlass dich also nicht darauf, dass du eine Leidenschaft hast, die automatisch deine Arbeit zu etwas macht, das du liebst, sobald du sie gefunden hast. Genau hier liegt nämlich das Problem. Du wirst immer weiter und weiter suchen, weil du nie etwas finden wirst, was sich mit deinen Träumen vergleichen lässt.
Die meisten Jobs, besonders wenn du gerade erst anfängst sind nun mal nicht so super, wie man sich einen Traumjob vorstellt. Das ist aber kein Grund zum nächsten Überzugehen.
Du brauchst nicht die richtige Arbeit, du musst lernen richtig zu arbeiten.
Dann wirst du deinen Job lieben.
Sei so gut, dass sie dich nicht ignorieren können
Das ist der große Trick, den du stattdessen befolgen solltest.
Großartige Jobs haben seltene und wertvolle Aspekte.
Du willst diese Eigenschaften auch bei deinem eigenen Job? Biete seltene und wertvolle Fähigkeiten im Gegenzug.
Schritt 1: Identifiziere die Fähigkeiten, die in deiner Branche am wertvollsten sind. Gibt es nur eine Sache, die alles entscheidet, oder verschiedene Optionen, auf die du dich spezialisieren könntest? Wie auch immer wähle ein aus und dann werde so gut, dass sie dich nicht mehr ignorieren können.
Mit genug bewusstem Üben baust du mit der Zeit so viel Karrierekapital auf, dass du es gegen mehr von den Eigenschaften eintauschen kannst, die Jobs so großartig machen.
Cal Newport geht im folgenden auf 2 von diesen Aspekten ein: Kontrolle und eine Mission, die man verfolgt.
Die Wichtigkeit von Kontrolle
Kontrolle über dein eigenes Leben kann sehr zufriedenstellend sein. Aber wenn du zu früh danach greifst, kannst du die Kontrolle nicht aufrecht erhalten. Wenn du zu wenig Karrierekapital hast, kannst du keine Art und Weise etablieren, bei der dein Leben funktioniert und du gleichzeitig eine Menge Kontrolle darüber hast, wie dein Job abläuft.
So funktioniert das nun mal nicht. Das geht erst, wenn du die nötigen Verhandlungsmittel hast. Das geht erst, wenn du so gut bist, dass sie dich nicht ignorieren können.
Am Anfang musst du dich halt mit weniger Kontrolle zufrieden geben. Aber nutze die Zeit, um deine Fähigkeiten zu verbessern. Besonders bei den seltenen und wertvollen. Dann kannst du auch Kontrolle über dein (Arbeits-)Leben erreichen. Aber eine Sache ist wichtig. Es gibt zwei Fallen, in die du treten kannst, wenn du nach Kontrolle strebst. Nur wenn du sie beide kennst kannst du sie auch vermeiden.
Falle 1: Du hast zu wenig Karrierekapital. Dann haben deine Freunde recht mit ihren Warnungen. Wenn du jetzt nach mehr Kontrolle strebst, wirst du einfach nur gefeuert werden oder zu den alten Konditionen zurückkehren. Kontrolle ohne Karrierekapital lässt sich nicht aufrecht erhalten.
Fall 2: Du hast so viel Karrierekapital, dass andere dich zurückhalten werden. Wenn du jetzt nach mehr Kontrolle strebst, bringt das nur dir etwas. Warum sollte dein Arbeitgeber dich einfach gehen lassen. Auch hier werden Leute dagegen Argumentieren. Aber dieses Mal wäre es der Fehler auf sie zu hören.
Aber wie unterscheidest du diese beiden Fälle? Immerhin fühlen sie sich ziemlich gleich an.
Mit dem Gesetz der finanziellen Rentabilität. Leute würden dich angemessen dafür bezahlen, was du in deiner neuen Position machen würdest? Dann bist du bei Fall 2. Das muss übrigens nicht direkt Geld sein; jegliche Bestätigung deines Wertes zählt.
Aber über Kontrolle gibt es noch ein wichtigere Sache in deinem Leben. Etwas, das all die verstreuten Projekte zu einer Einheit macht. Etwas, das dir eine Richtung vorgibt, in die du in Zukunft gehen kannst: eine Mission.
Die Wichtigkeit einer Mission
Mit einer Mission hat dein Arbeitsleben plötzlich einen Sinn. Es gibt einen Grund warum du es machst. Dein Leben wird automatisch sehr viel zufriedenstellender sein. Eine Mission ist also etwas, nach dem jeder streben sollte.
Aber nicht irgendetwas, erst wenn du genug Karrierekapital hast, um die Grenze des aktuell bekannten in deinem Feld erreicht zu haben, bist du bereit. Dann kannst du die Ideen erkennen, die gerade in den Bereich des möglichen gerutscht sind. Dann kannst du dich für eine Mission entscheiden.
Was aber noch nicht reicht.
Jetzt musst du sie auch umsetzen. Am besten so, dass andere darauf aufmerksam werden und dich dabei unterstützen.
Zwei Tipps dazu:
Erstens, versuche dich an kleinen Projekten. Nicht länger als einen Monat bieten sie dir die Möglichkeit mit wenig Risiko verschiedene Ideen auszuprobieren. Ob es ein Erfolg ist oder nicht ist egal. Es wird dir mehr Klarheit bringen, welche Richtung du als nächstes ausprobieren solltest. Mit der Zeit wirst du deine Mission immer mehr zur Realität werden lassen.
Zweitens, diese Projekte sollten bemerkenswert sein. Wenn du deine Mission vermarktest, wirst du andere davon überzeugen, dir zu helfen. Und mit mehr unterstützung wird es mehr zu Erfolg.
Wer wünscht sich mehr als Kontrolle in seinem Leben und eine erfolgreiche Mission, die man mit der eigenen Arbeit verfolgt?
Und der Weg dorthin ist auch noch so klar: Arbeite hart und sei So Good they can’t ignore you.