Werkzeuge der Meister und wie du sie nutzen kannst

Die Werkzeuge der Meister sind die Sachen, die sie im Laufe ihres Wirkens erworben haben, die sie von den Anfängern unterscheiden. Für die Meister der Selbstverbesserung habe ich das hier schon näher erläutert, aber wie funktioniert das Prinzip auf einem allgemeineren Level?

Um was handelt es sich bei den Unterschieden zwischen den Meistern und Anfängern eines bestimmten Gebiets genau? Was sind die Fähigkeiten, die besonders wichtig für ihren Erfolg sind? Welche Techniken und Vorgehensweisen nutzen sie im speziellen, die die Anfänger einfach noch nicht entwickelt haben?

Wo liegen die wichtigsten Unterschiede zwischen den Meistern und den Anfängern? Auf welche Aspekte sollte man sich also zuerst konzentrieren, wenn man das auch lernen will?

Solche Fragen muss man stellen. Denn nur wenn man die Fragen stellt, wird man auch Antworten finden können. Und mit den Antworten auf diese Fragen kannst du dann auch das Level der Meister erreichen. Wie genau zeige ich dir später.

Vorher ist noch etwas anderes wichtig. Und zwar welche Form diese relevanten Unterschiede annehmen. Wenn du das schon weißt, wenn du auf die Suche gehst, wirst du viel schneller die wichtigen Sachen gefunden haben. Und diese Suche ist nun mal der erste Schritt, wenn du auch ein Meister in dem entsprechenden Feld werden willst. Also fangen wir damit an:

Werkzeuge der Meister

Es gibt zwei Varianten, wie sich die Meister von uns unterscheiden.

Zum einen haben sie mit sehr viel Übung sehr effiziente Handlungs- und Denkprozesse entwickelt. Das ist der Grund, warum sie ihre Arbeit so einfach aussehen lassen und dabei aber trotzdem gleichzeitig phänomenale Ergebnisse erzielen. Sie haben viel mehr Zeit sich auf die wichtigen Denkschritte zu konzentrieren. All das unnütze im Kreis Drehen und erkunden nicht relevanter Seitenaspekte sparen sie sich von Anfang an.

Diese Gedanken haben sie schon früher gedacht, inzwischen werden sie einfach übersprungen. Neben der Option all diese Schritte selbst auch zu gehen, bleibt dir diesbezüglich nur eine einzige Abkürzung: Diese effizienten Verhaltensweisen herausfinden und verstehen und dann direkt einüben. So kannst du gleich von Anfang an ähnlich erfolgreich vorgehen, auch wenn dir vielleicht das Verständnis fehlt, warum das die beste Option ist.

Zum anderen haben sie aber auch im Laufe der Zeit ein sehr detailliertes Verständnis für ihr Gebiet aufgebaut. Ein Beispiel wäre der Profipianist, der aus der Ansammlung der Noten den Akkord heraushört und dir gleich noch sagen kann, welche anderen Akkorde darauf folgend gut klingen würden, wenn man Musikstil XY imitieren wollte. Im Gegenzug könnte ein Anfänger vielleicht mit längerem Überlegen einen Dur-Dreiklang identifizieren, weil er in der Schule schon mal davon gehört hat.

Dieses gesammelt Abrufen von Informationen ist auch nur möglich, wenn man sich ausführlich damit beschäftigt. Aber wie immer kannst du Zeit sparen, in dem du ganz gezielt die Bereiche verbesserst, die laut dem Meister die wichtigsten sind.

Denn genau das ist ein wichtiger Aspekt der Suche: herausfinden, was die Meister dazu zu sagen haben und dann ihren Tipps und Tricks folgen. Warum sollte man sich das ganze Versuch und Irrtum zeug nicht einfach sparen, wenn andere es vor dir schon gemacht haben?

wie du sie auch nutzen kannst

Ist ja schön, dass du jetzt ein besseres Verständnis für die Werkzeuge der Meister entwickelt hast. Jetzt willst du sie aber auch selbst nutzen können oder?

Schritt 1: die Werkzeuge der Meister identifizieren

Davon hab ich jetzt schon ein paar mal gesprochen. Aber wie genau geht man das an?

Du kannst die Bücher lesen, die die Experten über den Bereich geschrieben haben. So erkennst du die wichtigen Konzepte, die sie jeden Tag benutzen und eignest dir gleichzeitig auch noch eine hilfreiche Menge Detailwissen an. Vielleicht findest du sogar ein Buch über den besten Weg diese Sache zu erlernen, so kannst du dir eine Menge Arbeit sparen, weil jemand schon vor dir den besten Weg identifiziert hat.

Weiterhin kannst du mit den Meistern sprechen. Stelle ihnen fragen zu Sachen, die du noch nicht verstanden hast. Lasse sie ihre Denkvorgänge laut aussprechen, während sie die Arbeit verrichten, die sie so gut können. So kannst du die Denkschritte herausfinden, die sie benutzen. (Und die du noch nicht benutzt.)

Und während du diese Informationen einholst, solltest du diese Ansätze auch immer mit dem Verhalten der Anfänger vergleichen. Wo liegen die relevanten Unterschiede? Gibt es eine Hierarchie, wie wichtig verschiedene Aspekte sind? Was baut aufeinander auf?

Und alternativ, kannst du auch immer einfach einen Lehrer finden, der all das hier schon weiß. Nicht dein eigener Lehrer zu sein kann sehr hilfreich sein, wenn du wirklich schnell voran kommen willst. (Nur solange der Lehrer deutlich besser ist als du.)

Das hilft dir dann auch gleich beim nächsten Schritt:

2. Übungen designen

Entweder du überlässt das dem Lehrer, der dann auch gleich schon die beste Reihenfolge kennt und dir qualitativ hochwertiges Feedback geben kann, oder du musst es eben selbst machen.

Es gibt schließlich immer verschieden gute Ansätze Sachen zu erlernen, aber die besten Chancen hast du grundsätzlich, wenn du dich an den Prinzipien von bewusstem Üben orientierst.

Um dein Ziel so schnell wie möglich zu erreichen brauchst du also klare, spezifische Teilziele, die du immer knapp außerhalb deiner Komfortzone liegen. Solange sie SMART sind, hast du sehr gute Chancen sie in der schnellstmöglichen Zeit zu erreichen.

So erweiterst du dann mit der Zeit schrittweise den Bereich deiner Kompetenz immer weiter und näherst dich an die Fähigkeiten der Meister an. Aber eines sollte dir bewusst sein: Das braucht sehr viel Zeit.

3. die nötige Zeit investieren

Bewusste Praxis ist zwar der schnellste Weg neue Sachen zu lernen, trotzdem musst du immer noch eine Menge Zeit investieren. Meister sind nicht umsonst Meister in ihrem Gebiet. Wenn es einfach wäre ihr Level zu erreichen, wäre es ja nichts besonderes mehr.

Je nachdem wie ausgereift dein Feld ist, desto länger kann das dauern. Die berühmte 10000h Regel stellt nur einen Durchschnitt dar. Wer ein meisterhaftes Level erreichen muss, braucht als Konzertviolinist eher 30000h Übung. In einem komplett neuen Feld, mit dem sich noch nicht so viele beschäftigt haben, reichen dagegen vielleicht auch 5000h, um bis zur Spitze zu kommen.

Wie auch immer, dein Ziel sollte sein, die Grenze des aktuell bekannten zu erreichen. Erst dann bist du in einer Position, von der aus du eine tolle Perspektive auf die zukünftigen Entwicklungen hast und aktiv daran mitwirken kannst sie in die Realität umzusetzen.
So weißt du dann auch, ob du schon angekommen bist: Du kannst all die spannenden Möglichkeiten erkennen, die durch neuste Entwicklungen in greifbare Nähe gerückt wurden.

Das ist aber kein Grund mit dem Üben aufzuhören. Dann ist es erst recht deine Pflicht so viel Zeit wie möglich mit bewusstem Üben zu verbringen, um immer besser und besser bei deiner Fähigkeit zu werden. Nur so kannst du komplett neue Pfade bahnen, von deren Existenz man vor dir noch gar nicht wusste.

Messe also die Zeit, die du jede Woche mit bewusstem Üben verbringst. Denn was gemessen wird, wird auch verbessert. Das heißt, sobald du dir diese Messergebnisse an einer Stelle aufhängst, wo du sie andauernd siehst, wirst du immer mehr Wege finden, deine Zeiteinteilung so zu optimieren, dass mehr davon auf bewusstes Üben hinausläuft. (Vielleicht ist es nicht unbedingt klarer geworden durch diesen Monstersatz. In diesem Fall: vertraue mir einfach und sammle Daten, wie gut du dich schlägst!)

Ich warte schon darauf, dass du eines Tages die Werkzeuge der Meister auch benutzt! Sag mir dann Bescheid.

Julian

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